Mobilat Intense®

Medinova AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Acidum flufenamicum, Heparinoidum MPS (Chondroitini polysulfas), Hydroxyethylis salicylas.

Hilfsstoffe

Acidum sorbicum (E 200) 1 mg/g, Glycerolmonostearat, Triglyderide, Myristylalkohol, Bentonit, Salzsäure 25%, 2-Propanol, Rosmarinöl, Melissenaroma (enthält Citral, Eugenol, Geraniol, Citronellol, Farnesol, D-Limonen und Linalool), gereinigtes Wasser.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Emulsionssalbe enthält:

Flufenaminsäure 30 mg; Mucopolysaccharidpolysulfat (Heparinoidum MPS/synthetisiert aus Rindertrachea) 2 mg; Hydroxyethylsalicylat 26,4 mg, entsprechend Salicylsäure 20 mg

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Als unterstützende Massnahme zur lokalen Behandlung von rheumatischen Beschwerden des Bewegungsapparates, einschliesslich muskulärer Schmerzen wie z.B. Nackensteife und Hexenschuss.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Mehrmals täglich einen Salbenstrang von 5–10 cm auftragen. Die Salbe leicht einmassieren.

Mobilat Intense eignet sich auch für physikalische Behandlungsverfahren, wie z.B. Ionto- oder Phonophorese. Bei der Iontophorese wird Mobilat Intense unter die Kathode aufgetragen.

Therapiedauer

Die Dauer der Anwendung hängt von der Indikation und dem Behandlungsverlauf ab. Es empfiehlt sich, die Behandlung nach 2 Wochen zu überprüfen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder

Die Anwendung und Sicherheit von Mobilat Intense bei Kindern ist bisher nicht systematisch geprüft worden.

Art der Anwendung

Topisch.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Mobilat Intense soll nicht mit offenen Wunden, Schleimhäuten, den Augen oder mit ekzematöser Haut in Berührung kommen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung und Sicherheit von Mobilat Intense bei Kindern ist bisher nicht systematisch geprüft worden.

Bei Patienten mit vorgeschädigter Niere nicht auf grossen Hautflächen und nicht über einen längeren Zeitraum anwenden.

Sorbinsäure kann örtlich begrenzte Hautreizungen (z.B. Kontaktdermatitis verursachen).

Die im Melissenaroma enthaltenen Duftstoffe wie Citral, Eugenol, Geraniol, Citronellol, Farnesol, D-Limonen und Linalool können allergische Reaktionen hervorrufen.

Interaktionen

Wechselwirkungen der lokal applizierten Wirkstoffkombination mit systemisch angewendeten Pharmaka sind bei bestimmungsgemässem Gebrauch nicht zu erwarten, wurden jedoch nicht systematisch untersucht.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor.

Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Stillzeit

Zur Anwendung in der Stillzeit liegen ebenfalls keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Bei der Anwendung während der Stillzeit ist Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Mobilat Intense hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: häufig <1/10, ≥1/100; gelegentlich <1/100, ≥1/1'000; selten <1/1'000, ≥1/10'000; Sehr selten:(<1/10'000).

Erkrankungen des Immunsystems

Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen oder Allergien der Haut auftreten.

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet, diese sind aufgrund der Applikationsweise auch nicht zu erwarten.

Bei versehentlicher oraler Einnahme grösserer Mengen von Mobilat Intense können theoretisch Symptome einer NSAID- und/oder einer Salicylatvergiftung auftreten.

Die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend, absorptionsmindernde Massnahmen und ggf. Normalisierung des Säure-Basen und Elektroythaushaltes sind angezeigt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

M02AC

Wirkungsmechanismus

Mobilat Intense enthält mit Flufenaminsäure, Salicylsäure und Mucopolysaccharidpolysulfat (Heparinoidum MPS) drei entzündungshemmende Substanzen, die sich in ihrer Wirkung ergänzen. Sie greifen über verschiedene Angriffspunkte in entzündliche Prozesse ein und beeinflussen so rheumatische Erkrankungen.

Pharmakodynamik

Der antiphlogistische und analgetische Effekt von Flufenaminsäure beruht auf ihrer hemmenden Wirkung auf die Prostaglandinsynthese und auf der Inhibierung proteolytischer Enzyme. Auch die Salicylsäure greift hemmend in die Prostaglandinsynthese ein. Das Mucopolysaccharidpolysulfat (Heparinoidum MPS) schränkt den Entzündungsprozess ein durch Hemmung von Hyaluronidase und lysosomalen Enzymen. Die Substanz beschleunigt die Resorption von Exsudaten, erhöht die Stoffwechselaktivität der mesenchymalen Zellen und fördert auf diese Weise die Gewebsregeneration.

Klinische Wirksamkeit

Daten aus klinischen Studien liegen nicht vor.

Pharmakokinetik

Absorption

Die Wirkstoffe diffundieren aus dem Salbendepot in die angrenzenden oberflächennahen Gewebe.

Aus humanpharmakologischen Untersuchungen geht hervor, dass die Flufenaminsäure nach Auftragen auf die Haut über dem Kniegelenk sowohl in die darunterliegenden Gewebe als auch in die Synovialis und die Synovia gelangt.

Distribution

Pharmakokinetische Daten beim Menschen liegen nicht vor.

Metabolismus

Pharmakokinetische Daten beim Menschen liegen nicht vor.

Elimination

Die Elimination von Flufenaminsäure erfolgt vorwiegend renal, beim Menschen werden innerhalb von 48 Stunden ca. 2% der applizierten Wirkstoffmenge ausgeschieden.

Für Salicylsäure, die ebenfalls hauptsächlich über den Harn ausgeschieden wird, wurde unter den gleichen Bedingungen eine Wiederfindungsrate von ca. 1% bestimmt.

Nach kutaner Resorption des Mucopolysaccharidpolysulfat (Heparinoidum MPS) kommt es im Organismus zeitabhängig zu einer teilweisen Depolymerisierung und geringgradigen Desulfatierung.

Die Wiederfindungsrate im Harn beträgt nach tierexperimentellen Befunden ca. 1% der applizierten Dosis.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Verschreibung relevanten präklinischen Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

37090 (Swissmedic).

Packungen

Tuben zu 40 g und 100 g (D)

Zulassungsinhaberin

Medinova AG, 8050 Zürich.

Stand der Information

März 2020.